Eisenbahner-Segel-Club-Kirchmöser e.V.

GODE WIND AHOI

Die 90er Jahre -teilweise ein Neuanfang

Die politische Wende in Deutschland brachte neben der erfreulichen Erweiterung des Fahrtenreviers auch große Unsicherheiten um das Fortbestehen unseres Vereines.

Die Widersprüche zwischen Besitz an Grund und Boden (Deutsche Reichsbahn) und den baulichen Anlagen (VEB Stahl- und Walzwerk Brandenburg) brachten bundesrechtliche Konflikte mit sich, die gelöst werden mussten.

Große Unterstützung bei der Lösung der Probleme erfuhr der Vorstand durch den Spandauer Verein „Fahrtensegler am Postfenn “.

Eine erste Maßnahme war die Herauslösung der Segler aus der BSG Stahl Kirchmöser und der Antrag auf Gründung eines eingetragen Vereines am 25.Mai 1990. Mit dem Erhalt der Vereinsurkunde Nr. 39 am 25. Juni 1990 war der Segelverein Stahl Kirchmöser e.V. (SVSK) gegründet. Damit war die juristische Grundlage für die folgenden und notwendigen Vertragsabschlüsse gegeben. Bis 1992 wurde mit der Deutschen Reichsbahn und der SWB GmbH Brandenburg ein Pachtvertrag für die Flächen und die Halle ausgehandelt werden. 

1991  im März, musste das Seglerheim aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen werden. Schweren Herzens fiel der Entschluss, das von den Mitgliedern mühsam erbaute Haus, aus ökonomischen Gründen nicht zu übernehmen.

Im September wird der SVSK in den DSV aufgenommen.

 

Unter dem Motto „Gemeinsamkeit macht stark“, wurden mit der Abteilung Segeln des Eisenbahnersportvereines Kirchmöser, Gespräche zwecks Zusammenschluss geführt. Leider blieben diese erfolglos. Deshalb wurde ein Antrag auf Mitgliedschaft im Verband der Eisenbahnersportvereine gestellt. Dem Antrag wurde zugestimmt und der Verein wurde unter dem neuen Namen Eisenbahner-Segel-Club-Kirchmöser e. V. (ESCK) in den VDES aufgenommen.

Da der Verein über die notwendige Anzahl an Beschäftigten der Deutschen Reichsbahn verfügte, brauchte keine Pacht gezahlt werden und wir erhielten auch noch Fördermittel.

Das gemeinschaftliche sportliche und kulturelle Wirken im Verein, hatte wegen der zu bewältigen Probleme stark nachgelassen. Die anfänglichen intensiven Verbindungen zum FsaP in Spandau beschränkten sich bald nur noch auf persönliche Kontakte und einige wenige Höhepunkte im Vereinsleben.

Im Februar 1992 fordert die Fischereigenossenschaft „Havel“ erstmals von unserem Verein die Zahlung einer Entschädigung für die Nutzung der wasserbaulichen Anlagen. 1997 erhält der ESCK einen amtsgerichtlichen Mahnbescheid in Höhe von 22.500,-DM. Mit Hilfe eines Rechtsanwaltes, der vom Verband Brandenburgischer Segler gestellt wurde, konnte diese Forderung vorläufig abgewiesen werden.

1994 kündigte die VEBA AG die Übernahme der ehemaligen Kinderkrippe und den beabsichtigten Umbau zum Wohnhaus an. Die Konsequenz war die Aufgabe des benachbarten Bootsschuppens und der Aluminiumhalle des Kinder- und Jugendsportes.

Im Dezember wird der Campingplatz auf Kienwerder wegen mangelnder Nachfrage gekündigt.

Durch die Baumaßnahmen der VEBA AG, brachten die Jahre 1994/95 im Hafenbereich große Veränderungen mit sich. Auf den Flächen der abgerissenen Gebäude wurden Grünanlagen und Parkplätze errichtet. Auf dem Gelände des Nachbarvereines ESVK wurde als Ersatz von der VEBA AG eine neue Bootshalle für den Kinder- und Jugendsport errichtet. Weiterhin entstand unser neues Vereinshaus mit sanitären Einrichtungen und zwei Funktionsräumen für den Vorstand und die technische Leitung.

Als Ersatzfläche erhielt der ESCK das Gelände im Bereich der Mehrzweckhalle und der Halle 11.

Am 01.10.1995 erfolgte die Übergabe der von uns genutzten SWB GmbH- Immobilien an den Verwalter der Bahnimmobilien PEK.

Im Juni 1996 übergab die VEBA AG die Bootshalle für den Kinder- und Jugendsport und das Vereinshaus an den ESCK.

  

 

Mit dem ESVK 1928 e.V., dem BEV und unserem Verein wurde am 11.06.1996 ein Vertrag zur Mitbenutzung der neuen Bootshalle durch den Kinder- und Jugendsport des ESVK 1928 e.V. abgeschlossen.

Seit 1991 ist der ESCK e.V. Landesleistungsstützpunkt.

Auch in den 90er Jahren konnten unsere jungen Segler hervorragende Ergebnisse erzielen. Mit den damaligen Übungsleitern Dieter Saeger, Jörg Miethe und Thomas Meier fanden über mehrere Jahre hinweg, Trainingslager am Gardasee statt.  Jedes Jahr zu Anfang April findet in Riva del Garda das Lake Garda Meeting Optimist statt. Bei dieser Regatta segelten damals ca. 400 Kinder auf ihren Optimisten. Seit 2012 ist der Veranstalter, die Fraglia Vela Riva, für diesen Sportevent im Guinness-Buch der Rekorde vermerkt. Mit 1055 Teilnehmern war die Regatta 2012 der weltweit größte Segelevent seiner Art.

 

 

 K. Draber ersegelte den 21. Platz bei dieser internationalen Regatta (414 Teilnehmer).

Bei der Optimisten- Weltmeisterqualifikationsregatta 1995/96 mit 152 Startern ersegelten sich Björn Saeger Platz 9, Michael Köhler Platz 12 und Heike Maiberg den 43. Platz.

Bei den Brandenburgischen Landesmeisterschaften, belegten in der Klasse Optimist, Karsten Draber Platz 1, Björn Saeger Platz 4 und Stefan Maiberg den 6. Platz. In einem Teilnehmerfeld von 203 Startern bei der Internationalen Deutschen Jüngstenmeisterschaft ersegelten K. Draber den 5. Platz und M. Köhler den 43. Platz.

Weitere Erfolge hatten B. Saeger bei der Deutschen Ranglistenwettfahrt (360 Teilnehmer) mit Platz 6 und bei der Qualifikation zur Europameisterschaft bester Deutscher auf den 21. Platz.

1997 qualifizierte sich B. Saeger bei den Ausscheidungsregatten mit Platz 2 zu den Weltmeisterschaften der Optimisten in Nordirrland. Er war dort bester deutscher Teilnehmer.

 

Am 20.03.1998 wurde Heinz Scholz für sein langjähriges Engagement im Verein als Ehrenmitglied ausgezeichnet.